Zertifizierter Berater für Gemeinnützigkeit

Steuerberaterin Jana Seifert

Stellen Sie uns Ihre Fragen bei einem unverbindlichen Erstgespräch! Melden Sie sich unter 0351/ 254 77-0. Wir beraten Sie gerne!

Eingeschränkte Anwendung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes bei gemeinnützigen Einrichtungen

Betreibt ein gemeinnütziger Verein neben einer Werkstatt für behinderte Menschen ein der Öffentlichkeit zugängliches Bistro, in dem auch Menschen mit Behinderung arbeiten, unterliegen die Gastronomieumsätze des Bistros nicht dem ermäßigten Umsatzsteuersatz.

Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 23.07.2019 (Az. XI R 2/17) entschieden. In der Folge werden viele gemeinnützige Einrichtungen entgegen derzeit allgemein geübter Praxis prüfen müssen, ob sie für die Umsätze ihrer Zweckbetriebe weiterhin den ermäßigten Steuersatz anwenden können.

Urteil entgegen der allgemein geübten Praxis 

Der Kläger unterstützt als gemeinnütziger Verein Menschen mit Behinderung, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands der Hilfe bedürfen. Seinem Begehren, die im öffentlichen Betrieb (Bistro und Toilette) erbrachten Umsätze mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent zu besteuern, weil auch behinderte Menschen dort arbeiteten, folgte das Finanzamt nicht. Die Klage beim Finanzgericht (FG) blieb aufgrund fehlender Nachweise erfolglos.

BFH verneint Steuersatzermäßigung

Demgegenüber verneint der BFH die Steuersatzermäßigung bereits dem Grunde nach. Die umsatzsteuerliche Regelung ( Abs. 2 Nr. 8 Buchst. § 12a Satz 3 UStG) stelle darauf ab, dass der Zweckbetrieb entweder nicht in unmittelbarem Wettbewerb mit der Regelbesteuerung unterliegenden Unternehmern tätig ist oder mit dessen Leistungen die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke selbst verwirklicht werden. Bei der Entscheidung hierüber seien zwingende Vorgaben des Unionsrechts im Bereich der Mehrwertsteuer zu beachten. Danach müsse es sich um Leistungen von Einrichtungen handeln, die sowohl gemeinnützig als zusätzlich auch für wohltätige Zwecke und im Bereich der sozialen Sicherheit tätig sind.

Keine originär gemeinnützigen Leistungen

Diese Voraussetzungen waren im Streitfall nicht erfüllt. Zum einen war der Kläger mit seinen Gastronomieumsätzen in Wettbewerb zu anderen Unternehmern mit vergleichbaren Leistungen getreten. Zum anderen dienten die Gastronomieumsätze in erster Linie den Zwecken der Bistrobesucher und waren daher keine originär gemeinnützigen Leistungen.

Allerdings verwies der BFH die Sache an das FG zurück, weil nicht ermittelt worden war, ob der ermäßigte Steuersatz aus anderen Gründen anzuwenden sein könnte (Abgabe von Speisen zur Mitnahme).

(BFH / STB Web)

Artikel vom 21.11.2019

Stellen Sie uns Ihre Fragen bei einem unverbindlichen Erstgespräch und melden Sie sich unter 0351/ 254 77-0. Unsere Steuerberater und Wirtschaftsprüfer lernen Sie gerne kennen.

NEWSLETTER*

Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter! Bitte tragen Sie Ihre E-Mailadresse ein:

Wir freuen uns über Ihren Anruf: +49 351 25477-0
Gerne antworten wir Ihnen unter: info@gemeinnuetzigkeit-dresden.com
Nach oben #